Friedrich Franz von Unruh

Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1964.
(c) Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Freiburg, W 134 Nr. 067982g

Leben

Friedrich Franz von Unruh (*16.4.1893, † 16.5.1986) war ein deutscher Schriftsteller und zählt zu den bedeutenden Novellisten der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts.

Er wurde in Berlin als Sohn von Mathilde von Unruh, geborene Klehe, und ihres Mannes, dem Generalleutnant Karl von Unruh (unter anderem Kommandant der Festung Königsberg in Preußen), und Bruder des Schriftstellers Fritz von Unruh († 1970) und des Malers und Graphikers Kurt von Unruh geboren. Er wuchs unter anderem im ostpreußischen Königsberg, geprägt durch seine Ausbildung im Kadettenkorps in der Hauptkadettenanstalt Berlin-Lichterfelde, auf und begann nach dem Abitur eine militärische Ausbildung. Er wurde 1910 aktiver Offizier in der Preußischen Armee und diente bis 1919, zuletzt als Hauptmann und Kompanieführer im 1. Badischen Leib-Grenadier-Regiment Nr. 109 in Karlsruhe.

Im Ersten Weltkrieg wurde von Unruh schwer verwundet. Nach 1918 begann er ein Studium der Philosophie und Naturwissenschaften an den Universitäten Freiburg im Breisgau, Marburg und Heidelberg. Im Jahr 1923 hatte er Doris von der Esch geheiratet. Er betätigte sich in der Weimarer Republik von 1924 bis 1932 als Journalist, unter anderem in einer Vielzahl von Beiträgen für die Frankfurter Zeitung und Die Neue Rundschau, und als freier Schriftsteller.

1931 wurde er einem breiteren Publikum bekannt durch seine – auch im Ausland – vielbeachtete Artikelserie National-Sozialismus, eine äußerst kritische Analyse der nationalsozialistischen Bewegung, in der Frankfurter Zeitung. Im NS-Staat näherte sich von Unruh dem Nationalsozialismus jedoch an, in der Bundesrepublik vollzog sich dann eine entschiedene Wende des Dichters ins rechtskonservative Lager und eine Annäherung an Positionen des rechtsextremen Milieus v. a. seit den sechziger Jahren – eine Entwicklung, die in zahlreichen Schriften ihren weltanschaulichen Niederschlag fand.

1986 starb Unruh 93-jährig in Merzhausen bei Freiburg im Breisgau, wo er rund fünfzig Jahre gelebt hatte.

Stiftungszweck

Die Friedrich Franz von Unruh Gedächtnisstiftung wurde 1999
nach der letztwilligen Verfügung von Doris von Unruh, der Witwe Friedrich Franz von Unruhs, gegründet.

In ihrem Testament hat die Stifterin bestimmt, diese Stiftung zu gründen
zu dem Zweck, das literarische Werk ihres am 16. Mai 1986 verstorbenen
Mannes zu bewahren, insbesondere seine bisher veröffentlichten
Schriften neu aufzulegen und seine nachgelassenen Schriften zu veröffentlichen.